Bioland fordert: Illegal ausgesäten Genmais unterpflügen

08.06.2010 | Mainz
In erheblichem Umfang wurde in mehreren Bundesländern Mais ausgesät, der mit in der EU nicht zugelassenem Genmais verunreinigt ist. Bioland fordert, den illegalen Aufwuchs der Pflanzen sofort zu unterbinden. "Nach monatelanger Informationsverschleppung durch die Behörden in Niedersachsen und die verantwortliche Saatgutfirma muss jetzt konsequent gehandelt werden", so Thomas Dosch, Präsident von Bioland Deutschland.

"Der Aufwuchs von nicht genehmigtem Genmais ist vor der Blüte durch Unterpflügen zu unterbinden und die betroffenen Landwirte zu entschädigen." Mit weiterem Zögern wachse das Risiko der Ausbreitung - mit nicht absehbaren Folgen für Umwelt, Konsumenten und Landwirte, so Dosch.

Bioland und Greenpeace hatten aufgedeckt, dass von Niedersachsen aus Mais-Saatgut in Umlauf gekommen ist, welches in der EU nicht zugelassen ist. Betroffen sind nach Auskunft der zuständigen Behörde in Niedersachsen 2000 Einheiten des Saatgutes. Es ist davon auszugehen, dass die ca. 160 Millionen gentechnisch verunreinigten Maiskörner auf ca. 2000 ha ausgebracht wurden. Nach Einschätzung der Organisationen handelt es sich um den größten Gentechnik-Skandal in Deutschland. Das Saatgut der Firma Pioneer HD Breeds wurde in verschiedene Bundesländer ausgeliefert. Die Firma hatte erst nach Gerichtsentscheid des Verwaltungsgerichtes in Stade in der vergangenen Woche Informationen über den Verbleib des Saatgutes herausgegeben.

Bioland fordert ein konsequentes und zügiges Vorgehen der Behörden. Die betroffenen Flächen müssen öffentlich angezeigt werden, wie es im Gentechnikgesetz für den Anbau von Genpflanzen vorgesehen ist. Die Rechtslage nach dem Umweltinformationsgesetz ist hierzu eindeutig.

Bioland und Greenpeace hatten bereits mehrere Prozesse gewonnen, wonach zurückgehaltene Informationen zu gentechnischen Saatgutverunreinigungen öffentlich gemacht werden mussten.

Quelle: Pressemeldung Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.

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