Deutsche Nachwuchswissenschaftlerin erhält UNESCO-L'Oréal-Stipendium

04.03.2009 | Bonn
Förderprogramm unterstützt Frauen in der Wissenschaft

Die UNESCO und L'Oréal zeichnen am 5. März 2009 in Paris die diesjährigen Stipendiatinnen des Programms "For Women in Science" aus. Erstmals erhält eine deutsche Nachwuchswissenschaftlerin das UNESCO-L'Oréal-Stipendium. Gemeinsam mit ihr werden 14 weitere Stipendiatinnen ausgezeichnet. Ziel des Programms "For Women in Science" ist es, weltweit die Stellung der Frauen in der Wissenschaft zu verbessern.

Die deutsche Nachwuchswissenschaftlerin Dr. Mareike Posner aus Göttingen untersucht den Einsatz von Enzymen als Katalysatoren in biochemischen Produktionsverfahren. Die Verwendung von Enzymen ist eine umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen industriellen Verfahren. Zur Finanzierung ihres Forschungsaufenthalts an der Universität in Bath, Großbritannien, erhält Mareike Posner ein Stipendium in Höhe von 20.000 US-Dollar.

Mit dem internationalen Förderprogramm "For Women in Science" unterstützen die UNESCO und das Unternehmen L'Oréal seit 1999 junge Forscherinnen, die auf dem Gebiet der Lebenswissenschaften arbeiten. Dazu zählen unter anderem Biologie, Medizin, Pharmazie, Physiologie, Agrarwissenschaften, Biotechnologie und Biochemie. Jährlich werden bis zu je drei Stipendien an Forscherinnen aus Europa/Nordamerika, Afrika, Asien/Pazifik, Lateinamerika und den Arabischen Staaten vergeben.

Neue Ausschreibungsrunde für nationales und internationales Förderprogramm

Die UNESCO und L'Oréal haben die internationalen Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen für 2010 erneut ausgeschrieben. Wissenschaftlerinnen deutscher Staatsbürgerschaft können sich bis zum 15. Mai 2009 bei der Deutschen UNESCO-Kommission bewerben. Weitere Informationen unter www.unesco.de/uho_0209_loreal.html.

Nationale Förderprogramme "For Women in Science" gibt es in über 50 Ländern. In Deutschland arbeiten die Deutsche UNESCO-Kommission und die L"Oréal-Gruppe Deutschland mit der Stiftung der Nobelpreisträgerin Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard zusammen. Das deutsche Förderprogramm richtet sich ausschließlich an Wissenschaftlerinnen mit Kindern, um es ihnen zu ermöglichen, die beiden Lebensinhalte Beruf und Familie zu verbinden. Viele Frauen an deutschen Hochschulen brechen ihre wissenschaftliche Karriere nach der Promotion ab. 2006 wurden zwar mehr als 41 Prozent der Promotionen von Frauen abgelegt, aber der Anteil an Professorinnen liegt an deutschen Hochschulen nur bei 15 Prozent.

Um exzellente Nachwuchswissenschaftlerinnen mit Kindern gezielt zu fördern, werden jährlich drei Stipendien mit einer Fördersumme von 20.000 Euro für jede Postdoktorandin vergeben. Die Förderung beinhaltet:

1. eine monatliche finanzielle Entlastung von bis zu 400 Euro für Haushalt oder zusätzliche Kinderbetreuung, um den Forscherinnen zusätzliche Zeit für die wissenschaftliche Arbeit zu geben,

2. ein individualisiertes Karriere-Förderprogramm mit Komponenten wie z.B. Coaching, Mentoring, Karriereseminare und Teilnahme an internationalen Konferenzen und

3. eine im Sinne der Förderung zweckgebundene finanzielle Leistung an die jeweilige Forschungseinrichtung.

Quelle: Pressemeldung Deutsche UNESCO-Kommission e.V.

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