Europäische Kommission beendet zwölfjährige Blockade von gentechnisch veränderten Pflanzen

02.03.2010 | Frankfurt am Main
EU gibt das Aufbruchssignal für eine Zukunftsbranche

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) und die Deutsche Industrievereinigung Biotechnologie (DIB) begrüßen die Entscheidung der Europäischen Kommission, den Anbau einer gentechnisch verbesserten Kartoffel zur Stärkeproduktion zu genehmigen. "Die Entscheidung ist das Aufbruchssignal für Innovationen in Europa, auf das die Biotech-Branche lange gewartet hat. Die EU respektiert damit die wissenschaftlichen Fakten und die weltweiten guten Erfahrungen mit der Grünen Gentechnik. Gemeinsam mit der Politik müssen wir nun das Vertrauen der Gesellschaft in diese Zukunftstechnologie stärken", sagte VCI-Hauptgeschäftsführer Dr. Utz Tillmann.

Die EU beendet in Europa eine 12 Jahre währende Zulassungsblockade für gentechnisch verbesserte Pflanzen, die sich weltweit auf den Feldern bewährt haben. Dr. Ricardo Gent, Geschäftsführer der DIB: "Weltweit setzen immer mehr Landwirte auf die Grüne Gentechnik. Viele davon sind Kleinbauern in Entwicklungsländern, die ihr Einkommen dadurch nachweislich verbessern konnten. Und auch europäische Landwirte brauchen Zugang zu modernen Technologien. Wissenschaft und Anbaupraxis belegen, dass gentechnisch optimierte Pflanzen genau so sicher und verträglich sind wie konventionelle Züchtungen. Die neue EU-Kommission hat ein Zeichen gesetzt, dass sie in der Pflanzenbiotechnologie wieder naturwissenschaftliche Fakten zum Maßstab macht."

Die nun EU-weit für den Anbau genehmigte gentechnisch optimierte Kartoffel ist speziell für die industrielle Verarbeitung entwickelt worden. Sie enthält nur die Stärkekomponente Amylopektin, die zum Beispiel in der Papierherstellung oder für die Qualitätsverbesserung von Druckfarben verarbeitet wird. Konventionelle Kartoffeln enthalten dagegen zu 20 Prozent eine zweite Stärkeart (Amylose).

Quelle: Pressemeldung Verband der Chemischen Industrie e.V.

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