Russland sichert Beteiligung am Europäischen Röntgenlaser zu
Die deutsch-russischen Regierungskonsultationen haben am Donnerstag auf Schloss Schleißheim bei München wichtige Fortschritte für die Zusammenarbeit in der Wissenschaft gebracht. Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat von ihrem Amtskollegen Andrej Fursenko die Zusage der russischen Regierung erhalten, dass Russland sich am Europäischen Röntgenlaser XFEL in Hamburg mit 250 Millionen Euro beteiligt. "Mit der Zusage Russlands haben wir einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur Gründung der Röntgenlaser-Anlage getan. Solche herausragenden Projekte lassen sich nur in internationaler Zusammenarbeit verwirklichen. Russland hat jetzt die formellen Voraussetzungen für seine Beteiligung an diesem weltweit einzigartigen Projekt geschaffen.
Zugleich wurde das neue Abkommen über wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Russland unterzeichnet. Deutschland und Russland pflegen seit 22 Jahren enge Forschungsbeziehungen auf der Grundlage des bisherigen Regierungsabkommens zur wissenschaftlich-technischen Zusammenarbeit, das im Juli 1987 in Kraft trat. Diese Zusammenarbeit ist auch Kern der 2005 von den Regierungschefs beider Länder besiegelten strategischen Partnerschaft in Bildung, Forschung und Innovation. Diese sieht eine Zusammenarbeit auf wichtigen Feldern der Hightech-Strategie der Bundesregierung vor. "Ich freue mich über die große Bandbreite innovativer Vorhaben mit unseren russischen Partnern. Hier eröffnen sich wichtige Absatzchancen für die deutsche Wirtschaft", sagte Ministerin Schavan.
Als Beispiel für eine verbesserte Förderung strategischer Spitzenforschung nannte Schavan Vereinbarungen zu einem bilateralen Verfahren zwischen dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem russischen Wissenschaftsministerium zur Förderung von herausragenden Kooperationsprojekten. Diese stellen einen besonderen Anreiz für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Russland dar, gemeinsame Spitzenforschung auf ausgewählten Gebieten zu betreiben.
Neue Impulse erhielten neben der Informations- und Kommunikationstechnologie auch die Zusammenarbeit in der Biotechnologie: Künftige Schwerpunkte werden von aktuellen Fragen der Genomforschung über die Systembiologie, die Biosensoren und die industrielle Biotechnologie bis hin zum Technologietransfer reichen. Strategische Arbeitsgruppen und Experten aus beiden Ländern sollen ferner die Zusammenarbeit in den Bereichen "Forschung zur Nachhaltigkeit" und Nanotechnologie verstärken Einen Höhepunkt der Zusammenarbeit wird die Einweihung von vier neuen Laserzentren noch in diesem Jahr in Russland unter Mitwirkung deutscher und russischer Unternehmen sein.
Quelle: Pressemeldung Bundesministerium für Bildung und Forschung
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