Biopharmazeutika: Erfolge für die Biotechnologie in Deutschland

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Biopharmazeutika können vor allem im Einsatz gegen häufige Krebsarten, rheumatische Erkrankungen und Diabetes Erfolge verbuchen. Die gentechnisch hergestellten Medikamente kommen auch bei einigen seltenen Krankheiten zum Einsatz. Dort sind die Biopharmazeutika bereits fester Bestandteil der Behandlung.

Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2014“

Im Juni 2014 veröffentlichte vfa bio den Branchenreport „Medizinische Biotechnologie in Deutschland 2014“. Der vfa ist die Interessengruppe Biotechnologie im Verband der forschenden Pharma-Unternehmen. Die Studie wurde von The Boston Consulting Group (BCG) erstellt. Die Studie erscheint jährlich und dokumentiert die Aktivitäten im Bereich der medizinischen Biologie in Deutschland. Aktivitäten in Startups werden dabei ebenso dokumentiert wie solche in großen Pharma-Unternehmen. Im Report für 2014 bilden medizinische und ökonomische Aspekte von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen einen Schwerpunkt.

Biopharmazeutika erzielen Wachstumsplus von 8,5%

Das Umsatzwachstum der Biopharmazeutika von 8,5% im Jahr 2013 fällt mehr als doppelt so hoch aus wie jenes des Arzneimittel-Gesamtmarkts von 4,1%. Damit sind die gentechnisch hergestellten Medikamente in Deutschland weiter auf dem Vormarsch. Der Umsatz von 6,5 Milliarden Euro lässt sich auf den weiter wachsenden Bedarf zurückführen. Bereiche mit besonders großem Bedarf an Biopharmazeutika sind die Immunkrankheiten und die Onkologie.

Therapie seltener Erkrankungen

Der Report richtet sein Augenmerk auch auf die Therapie seltener Krankheiten, deren Patienten oft unversorgt bleiben. Als Ursache der mangelnden Versorgung werden fehlende Therapielösungen identifiziert sowie die Tatsache, dass Krankheiten auch oft nicht festgestellt werden oder von Ärzten behandelt werden, die für die Behandlung der jeweiligen Krankheit keine Expertise vorweisen können.

Nationaler Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen

Bereits im Jahr 2013 stellte das Bundesgesundheitsministerium in Berlin den „Nationalen Aktionsplan für Menschen mit Seltenen Erkrankungen“ vor. Mit 52 Maßnahmen zielt der Nationale Aktionsplan auf die Verbesserung der Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit seltenen Erkrankungen ab. Der Aktionsplan wurde in dreijähriger Arbeit vom Aktionsbündnisses NAMSE (www.namse.de) erstellt. Der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) und der Verband der forschenden Pharma-Unternehmen (vfa) mit seiner Biotechnologie-Gruppe vfa bio haben dabei die Expertise der Pharma- und Biotech-Industrie eingebracht.

Unter anderem sieht der Aktionsplan vor, dass spezialisierte medizinische Zentren bei seltenen Krankheiten die Diagnose stellen und auch die Therapie einleiten, während die weitere Behandlung der Patienten mit seltenen Krankheiten von wohnortnahen Allgemein- und Fachärzten durchgeführt werden soll.

Orphan Drug-Verordnung der EU

Im Jahr 2000 trat die Orphan Drug-Verordnung der EU in Kraft. Orphan Drugs sind Medikamente zur Behandlung seltener Krankheiten. Seit dem Jahr 2000 haben Pharma-Unternehmen bereits mehr als 80 solcher Medikamente entwickelt und auf den Markt gebracht.

Die Europäische Arzneimittelagentur hat darüber hinaus für weitere etwa 1.000 noch in der Entwicklung befindliche Medikamente einen Status als Orphan Drug anerkannt. Die Zahl der Patienten für diese Medikamente ist in Europa teilweise sehr gering. Es sind oftmals nur wenige hundert solcher Patienten für einzelne Medikamente. Die Entwicklung der Medikamente bedingt auch, dass auf jedes erfolgreiche Neumedikament etwa acht Entwicklungen neuer Medikamente eingestellt werden müssen, da sich bei diesen kein Erfolg einstellt.

Der vfa bio vertritt im vfa die Biotechnologie. Der vfa setzt sich für die Interessen der 45 weltweit führenden Pharmahersteller in der Politik ein. Dem vfa bio gehören derzeit 32 Unternehmen an.


Bildnachweis: ©

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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Klaus Müller-Stern (25) studiert aktuell Maschinenbau, beschäftigt sich daneben jedoch schon lange mit allen Aspekten rund um Selbstständigkeit und Unternehmensgründung. Eloquent und scharfsinnig bringt er Themen wie Social Media oder den Finanzsektor auf den Punkt. Darüber hinaus blickt der passionierte Laufsportler in seinen Beiträgen hinter die Kulissen erfolgreicher Startup-Firmen.

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